Gute Entscheidung?

So kannst du überlegt Entscheidungen treffen

Gute Entscheidung?

Jeden Tag müssen wir zahllose mehr oder weniger komplizierte Entscheidungen treffen. Viele von uns
setzen sich aus Angst, falsche Entscheidungen zu treffen, dabei sehr unter Druck. Sie überlegen hin und her, wägen Vor- und Nachteile solange ab, bis sie gar nicht mehr wissen, was richtig oder falsch ist. Sie
scheuen sich davor, überhaupt eine Entscheidung zu treffen. Doch was macht eine gute Entscheidung aus und wie erkenne ich, ob ich die richtige Wahl getroffen habe?

Laut Hirnforschern müssen wir jeden Tag bis zu 20.000 große und kleine Entscheidungen treffen. Das
beginnt mit der Wahl der Schuhe, die man anzieht, über die Frage, ob ich Kaffee oder Tee beim
Kundengespräch möchte bis hin zu großen Entscheidungen, die für unsere Zukunft wichtig sind. Selbst
kleine Entscheidungen kosten uns gedankliche Kraft, deshalb gibt es Gewohnheiten und Rituale. Sie
erleichtern uns die Arbeit, indem uns die Möglichkeit zur Entscheidung abgenommen wird. Beispielsweise,
dass wir jeden Morgen das gleiche frühstücken oder grundsätzlich nur dieses eine paar Schuhe anziehen.

Entscheidungsfreudiges Bauchgefühl

In bestimmten Situationen ist es die beste Empfehlung, einfach seinem Bauchgefühl zu vertrauen. Das
spart eine ganze Menge Energie für den Denkprozess und verhindert, dass wir Ideen zerdenken und damit
unnötige Zeit und Kraft verschwenden. Auf das Bauchgefühl zu hören lohnt sich immer dann, wenn wir
bereits einen großen Erfahrungsschatz zu dem spezifischen Thema angesammelt haben. Dann führt uns
die Intuition meist auf den richtigen Weg.

Es gibt aber auch Entscheidungen, die man nicht einfach übers Knie brechen kann. Beispielsweise bei
Problemen oder möglichen Veränderungen in deinem privaten oder beruflichen Leben. Hier kann das
Bauchgefühl eine gute Richtung anzeigen, aber es reicht oft nicht aus, um unter Einbeziehung aller
verfügbaren Informationen die richtige Entscheidung zu treffen.

Wie erkenne ich eine gute Entscheidung?

Das Für und Wider abschätzen: Bei wichtigen Entscheidungen ist es immer eine gute Idee, sich zunächst
die Vor- und Nachteile zu notieren. Nimm dazu ein Blatt Papier und einen Stift, denn es ist wichtig, dass du
die einzelnen Argumente visualisierst. Du kannst eine Pro und Contra Liste machen, die zunächst auf
deinem Bauchgefühl und den bisherigen Erfahrungen besteht. Doch um wirklich sicher zu gehen, dass die gewählte Entscheidung am Ende gut ist, bedarf es noch einiger weiterer Punkte. Diese kannst du am
besten in folgender Reihenfolge abarbeiten:

1 . Informationen sammeln
Jede Option basiert auf Fakten. Sammle diese und notiere sie auf deinem Blatt. In diesem Schritt geht es
noch nicht darun, diese Fakten positiv oder negativ zu bewerten. Es reicht also eine einfache Liste.
Versuche aber, alle Informationen, die du zu deinem Thema bekommen kannst, zusammen zu tragen,
damit sich ein möglichst großes Bild ergibt.

2. Bewertung der Fakten
Im nächsten Schritt geht es darum, die gesammelten Informationen nach Wertigkeit zu kategorisieren.
Dabei spielen deine persönlichen Vorlieben, Werte und Ansprüche eine wichtige Rolle. Lasse dich nicht von der Meinung anderer beeinflussen, sondern schaue ganz genau, was DU wirklich möchtest. Nachdem du
die Fakten nach Wertigkeit sortiert hast, kannst du sie bei Bedarf auch noch in Vor- und Nachteile
unterteilen.

3. Deine Entscheidung treffen
Schaue dir dein Blatt Papier noch einmal ganz genau an, wäge die einzelnen Punkte gegeneinander ab
und triff deine Entscheidung. Nachdem du dich entschieden hast, solltest du schnellstmöglich Taten folgen lassen. Stelle dich nicht mehr zu viel in Frage und hardere nicht mit der Antwort, ob du die richtige
Entscheidung getroffen hast. Denn das wirst du nur erfahren, wenn du es ausprobierst. Es ist wichtig,
Entscheidungen am Ende auch zu treffen und diese beherzt umzusetzen, denn nur so können wir lernen.

Welcher Entscheidertyp bist du?

Jeder von uns geht anders mit seinen Entscheidungen um. Die einen überlegen nicht lange und ergreifen
Gelegenheiten beim Schopf, auch auf die Gefahr hin, dass sie falsch liegen. Andere überdenken die
einzelnen Punkte immer und immer wieder, bis sie schließlich gar nicht mehr in der Lage sind, eine
Entscheidung zu treffen. Und dann gibt es natürlich noch jede Menge Grauzone zwischen diesen beiden
Extremen.

Der Kopflastige

Es ist dir wichtig, so viele Informationen wie möglich zu haben, egal wie groß oder klein, wichtig oder
unwichtig diese ist. Du denkst über jeden Punkt mehr als gründlich nach und hinterfragst sogar aktuelle
Situationen, auch wenn das für Außenstehende oft keinen Sinn ergibt. Du läufst Gefahr, dich in Details zu
verstricken und immer mehr Vor- und Nachteile zu finden.

So kannst du handeln: Für dich ist es besonders wichtig, eine Pro und Contra Liste zu haben, aber
übertreibe es nicht. Bevor du dich hinsetzt und alle Informationen aufschreibst, werde dir darüber bewusst, welche Werte und Ziele du mit deiner Entscheidung verfolgen möchtest. Jeder einzelne Punkt deiner Liste
sollte dann kurz abgewägt werden, ob er überhaupt für dich persönlich eine Rolle spielt. Setze dir eine
Deadline, bis wann du deine Entscheidung getroffen haben wirst. Am besten eine relativ kurze, also lass dir nicht bis nächstes Jahr Zeit.

Der Emotionale

Du vertraust voll und ganz auf dein Bauchgefühl und entscheidest je nach Stimmung, in der du dich
gerade befindest. Du neigst dazu, Entscheidungen impulsiv zu treffen, ohne dir vorher genug Gedanken
über das Für und Wider zu machen. Dadurch kommt es oft vor, dass sich deine Entscheidungen im
Nachhinein als falsch heraus stellen oder du es bereust.

So kannst du handeln: Achte darauf, dass du wichtige Entscheidungen immer mit einem klaren Kopf triffst. Menschen, die emotional sehr aufgewühlt sind, treffen fast nie gute Entscheidungen. Erkenne, wann du
dich in einem solchen Zustand befindest und nehme dir bewusst Zeit, eine Nacht darüber zu schlafen. Am
nächsten Tage solltest du dich hinsetzen und bewusst rationale Vor- und Nachteile aufschreiben, auf
denen du dann deine Entscheidung triffst.

Der Unsichere

Hast du permanent Angst, falsche Entscheidungen zu treffen und kannst weder aufgrund deines
Bauchgefühls noch der rational gesammelten Informationen handeln? Ist es dir wichtig, was andere
denken und an deiner Stelle tun würden? Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass du aufgrund der Angst,
einen Fehler zu machen, einfach gar keine Entscheidung triffst. Aber schlechte Nachrichten: Keine
Entscheidung zu treffen ist gleichzeitig auch, eine zu treffen!

So kannst du handeln: Hole dir Unterstützung von einem Mentor oder einer Person, der du vertraust. Wichtig ist dabei zu beachten, dass diese Person sich möglichst mit dem Thema gut auskennen sollte, bei dem du eine Entscheidung treffen musst. Es ist auch wichtig, dass dein Mentor die Details und Ausgangslage der
Situation möglichst gut kennt, also sei offen und ehrlich mit ihm. Dann bekommst du garantiert eine
objekte und gute Zweitmeinung, die du in deinen Entscheidungsprozess einbeziehen kannst.

Der Praktische

Es gibt auch Menschen, manche mögen sie als beratungsresistent einschätzen, die jede Erfahrung selbst machen müssen. Sie brauchen praktische und greifbare Fakten, können sich ein “Was wäre wenn” nur
schwer vorstellen und visualisieren. Wenn du dich als Praktiker siehst, wirst du alles immer erst einmal
ausprobieren müssen, um dir eine Meinung zu bilden. Natürlich läufst du dabei Gefahr, Fehler zu machen
oder deine Zeit zu verschwenden, aber auch das ist okay, denn du lernst aus jeder Situation etwas Neues
für dich. Es kann jedoch auch dafür sorgen, dass du deinen eigentlichen Weg aus dem Blick verlierst.

So kannst du handeln: Man muss nicht immer gleich ins kalte Wasser springen und eine Entscheidung mit allen Konsequenzen durchziehen. Überlege, ob du die Möglichkeit hast, zunächst einen kleinen Testlauf zu
starten, bevor du die finale Entscheidung triffst. Wenn du beispielsweise Hundetrainer werden und dich
damit beruflich umorientieren möchtest, könnte es sinnvoll sein, zunächst mal ein Praktikum zu machen. So findest du heraus, wie das Ganze in der Praxis aussieht, bevor du dein ganzes Leben umkrempelst.

Warum wir unbedingt mehr Entscheidungsfreude
haben sollten

Ich muss zugeben, es geht mir oft auf die Nerven: Diese Kritikfreudigkeit, wenn jemand Fehler macht. In
unserer Gesellschaft wird immer noch viel zu häufig mit dem Finger auf vermeintliche Verlierer gezeigt. Die etwas probiert haben und damit falsch lagen. Viel zu häufig zögern wir, weil wir negative Konsequenzen
oder den Spott anderer fürchten. Das darf einfach nicht sein!

Wenn es dir auch so geht, dass dein Umfeld einen großen negativen Einfluss auf dich hat, dann schau es
dir einmal ganz genau an. Sind da vielleicht Leute darunter, die schon seit Jahren mit Situationen leben, die sie eigentlich total nerven? Hörst du öfter mal Sätze, die mit “Wenn es nach mir ginge…” beginnen? Es klingt vielleicht jetzt hart, aber: Trenne dich von diesen Leuten! Sie ziehen dich auf ihr Niveau herunter und stehen damit deinem persönlichen Wachstum im Wege!

Mache dir bewusst, dass nur die wenigsten Entscheidungen nicht änderbar sind, sollten sie nicht den
gewünschten Erfolg erzielen? Manchmal sind es genau diese Entscheidungen, die uns wieder auf den
richtigen Weg schubsen. Wenn du zögerst oder nicht traust, sie aktiv anzugehen, wirst du nie erfahren, ob
es vielleicht richtig gewesen wäre. Lasst uns Entscheidungen mit Herz und Kopf treffen und uns über die
Konsequenzen nicht zu sehr den Kopf zerbrechen. Was kann schon passieren? Wir können etwas lernen….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.